„Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Warum Unternehmen jetzt Haltung zeigen sollten"
- BOHNEN Public Affairs

- vor 6 Tagen
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Auf Einladung des Unternehmensnetzwerks „Weltoffenes Sachsen“ gab Dr. Johannes Bohnen einen Online-Impuls zur Corporate Political Responsibility (CPR), dem Konzept, das er seit rund zehn Jahren vertritt. Dessen Grundthese: Unternehmen sollten im eigenen Interesse in die gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen ihres Geschäftserfolgs investieren, denn diese sind nicht selbstverständlich, sondern müssen immer wieder gepflegt und erarbeitet werden. Gerade in Sachsen erhält das eine besondere Dringlichkeit.
Das verdeutlichte Bohnen mit einem Gedankenspiel zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026: Sollten den etablierten demokratischen Parteien am Ende nur noch Minderheitskoalitionen bleiben, oder die AfD gar stärkste Kraft werden, stünden Unternehmen vor einer grundsätzlichen Wahl. Sie könnten abwarten und sich nachträglich mit den tonangebenden Kräften arrangieren (Taktik) – oder sich frühzeitig für die langfristigen Vorteile der liberalen Ordnung einsetzen (Strategie). Im regionalen Maßstab zeige sich so, was längst ein globales Problem sei: eine aggressiv-autoritäre Bewegung, die die liberalen Demokratien herausfordert.
CPR sei dabei kein Akt altruistischer Großherzigkeit, sondern ein Business Case: Stabile Institutionen, Rechtsstaatlichkeit und Planungssicherheit bilden den Nährboden wirtschaftlichen Erfolgs. CSR greife zu kurz – neben sozialer und ökologischer brauche es auch politische Nachhaltigkeit. Operationalisiert werde eine glaubwürdige Haltung im Political Branding: von der politischen Markenbildung (am Ende steht ein zur Gesamtmarke passendes Leitbild, wie für Evonik entwickelt) bis zur Markenführung über konkrete Formate wie Demokratie-Weiterbildung, Stärkung der Diskurskultur (Flaggschiff: der Business Council for Democracy), CEO Activism und Employee Activism. Mit Blick auf die ostdeutsche Perspektive betonte Bohnen, dass solche Angebote sensibel gestaltet werden müssten, um nicht paternalistisch zu wirken.
Besonderes Gewicht legte Bohnen auf die Kraft der Allianzbildung: Unternehmen seien gemeinsam stärker – mit der Zivilgesellschaft wie untereinander. Initiativen wie „Zusammenland“ oder „Wir stehen für Werte“ hätten erste Schritte markiert, Demokratie-NGOs wie JoinPolitics oder ProjectTogether seien ideale Partner. Als Beispiel einer verpassten Chance nannte er die deutsche Autoindustrie in Ungarn, die – statt sich mit CSR-Maßnahmen bei Viktor Orbán anzudienen – gemeinsam in einen Demokratiefonds hätte investieren können. Sein Befund: „Unternehmen haben noch nicht verstanden, welche politische Macht sie haben, wenn sie sich richtig organisieren.“
Daraus folge der Appell, die „nächste Stufe zu zünden“ – von der Haltung zur Handlung. Nach Logowänden und Wahlaufrufen brauche es nun die Verstetigung des Engagements durch belastbare Maßnahmen jedes einzelnen Unternehmens. Dabei wahre CPR ausdrücklich das Primat der Politik; Ziel sei ein in seinen Kernfeldern handlungsfähiger Staat.







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