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Nachhaltige Metropole im Dialog


Auf Einladung der IHK Berlin war Dr. Johannes Bohnen zu Gast bei der Sitzung des Ausschusses „Nachhaltige Metropole im Dialog". Nach seinem Keynote-Vortrag zum Konzept der Corporate Political Responsibility (CPR) folgte eine Podiumsdiskussion mit Sophia Becker (Business Council for Democracy) und Yvonne Martini (Young Social Innovation).

Im Zentrum stand eine Frage, die in der politischen Debatte derzeit besondere Dringlichkeit gewinnt: Wie lassen sich Menschen für das freiheitliche Gesellschaftsmodell gewinnen – und wie kann die bürgerliche Mitte ihre demokratische Substanz wirksam verteidigen?


Bohnens Ausgangspunkt war eine Beobachtung, die er als zentrale Herausforderung der Gegenwart begreift: Die politischen Ränder operieren mit hoher emotionaler Schlagkraft. Wut und Aggressivität prasseln auf die staatstragende Mitte ein, die ihrerseits oft zu bequem reagiert und sich auf Sachargumente zurückzieht. Diese Asymmetrie sei strategisch problematisch. Wer das freiheitliche Modell verteidigen wolle, dürfe die Kraft der Emotionen nicht unterschätzen – allerdings in einer anderen Tonlage: als Herzblut für die demokratische Sache, gepaart mit Vernunft und Argumenten.


In der Podiumsdiskussion wurde diese Linie konkret weitergeführt. Die Frage, ob in Deutschland überhaupt noch produktiv gestritten werden könne, prägte den Austausch ebenso wie der Umgang mit AfD-Anhängern. Bohnen plädierte dafür, die Grenzen des Dialogs nicht zu eng zu ziehen. Es lohne sich, aufeinander zuzugehen und in Gespräche zu investieren – auch und gerade dann, wenn Positionen weit auseinanderliegen. Menschen wollen gesehen werden und sich in ihrem Umfeld aufgehoben fühlen. Wer das ignoriert, überlässt das „Kümmern" den Populisten. Zugleich machte Bohnen deutlich, dass ein gelingender Dialog nicht bedeutet, den eigenen Standpunkt aufzugeben. Verständigungsbereitschaft und Klarheit in der Sache schließen sich nicht aus – im Gegenteil.


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