CPR-Workshop mit Phineo: Wie Unternehmen mit der AfD umgehen sollten
- BOHNEN Public Affairs

- 8. Juni
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Gemeinsam mit der gemeinnützigen Analyse- und Beratungsorganisation Phineo lud BOHNEN Public Affairs zu einem Workshop, in dem Dr. Johannes Bohnen das Konzept der Corporate Political Responsibility (CPR) vorstellte und mit den Teilnehmenden eine besonders heikle Frage diskutierte: Wie sollten Unternehmen mit radikalen politischen Rändern, in Deutschland vor allem der AfD, umgehen? Den Hintergrund bildete eine aufgeheizte Stimmung kurz vor der Bundestagswahl 2025, in der die etablierten Parteien aus Bohnens Sicht keine gute Figur machten, weil sie das emotional wichtigste Thema, die Migration, nicht rechtzeitig im Konsens bearbeitet hätten.
Gerade in dieser Lage, so Bohnen, komme es darauf an, dass sich Bürger und gesellschaftliche Akteure engagieren und sich im besten Sinne politisieren – allen voran Unternehmen, deren Ressourcen und Stärken die demokratische Resilienz stärken könnten. Genau hier setze CPR an: als nächste Stufe der unternehmerischen Verantwortung, die über die soziale und ökologische Nachhaltigkeit von CSR hinausgeht und politische Faktoren wie demokratische Infrastruktur, Debattenkultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Blick nimmt. In einem Prozess des „Political Branding“ entwickelten Unternehmen entsprechend ihrer Stärken eine politische Haltung und setzten diese in konkrete Maßnahmen um.
Im Zentrum stand eine zugespitzte These: Es gebe gute Gründe für eine direkte Auseinandersetzung mit der AfD. Normalerweise sei es für Unternehmen ratsam, sich aus der Parteipolitik herauszuhalten und politische Kommentare auf den demokratischen Grundkonsens zu beschränken. Doch genau diesen Grundkonsens stelle die AfD infrage – sie stelle gewissermaßen die Systemfrage und wolle im Kern ein anderes Land. In dieser Situation könnten auch Unternehmen nicht schweigen, ohne ihre eigene Geschäftsgrundlage zu gefährden. Explizite Kritik an der AfD sei deshalb nicht parteiisch, sondern Ausdruck einer Loyalität gegenüber dem politischen System, der sozialen Marktwirtschaft und dem Grundgesetz.
Dabei gehe es nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern um eine Win-win-Situation: CPR sei ein Business Case, der Marken- und Profilbildung, eine neuartige Stakeholder-Kommunikation und das Recruiting stärke – während zugleich das Primat der Politik gewahrt bleibe, denn für politische Entscheidungen seien die gewählten Mandatsträger zuständig. Bohnen verortete den Workshop in einer „dritten Welle der Nachhaltigkeit“, der gesellschaftspolitischen Nachhaltigkeit, die sich etwa an CEO-Statements, Anzeigenkampagnen und Demonstrationen zeige. Im anschließenden Workshop kartografierten die Teilnehmenden konkrete Konstellationen und mögliche Handlungsansätze für den Umgang mit dem politischen Rand.







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