Von CSR zu CPR – warum Unternehmen in die Demokratie investieren müssen
- BOHNEN Public Affairs

- 9. Juni
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Beim BDI-Event mit ARMID machte Dr. Johannes Bohnen eine zentrale These deutlich: Das bisherige CSR-Konzept, das Unternehmen auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit verpflichtet, ist notwendig, aber nicht hinreichend. Es braucht die nächste Stufe – Corporate Political Responsibility (CPR) – um die politischen Vorbedingungen wirtschaftlichen Erfolgs zu adressieren. Diese Vorbedingungen sind nicht selbstverständlich; sie müssen gepflegt und erarbeitet werden.
Warum CPR akut wird, erklärt Bohnen durch ein demokratisches Bedrohungsszenario: Von außen drohen Druck durch autokratische Mächte wie Russland und China, von innen Polarisierung, Radikalisierung und der Vertrauensverlust in demokratische Institutionen. Gleichzeitig hat die Globalisierung eine Governance-Lücke entstehen lassen – Staaten mit nationalen Strukturen können kaum noch mit der Geschwindigkeit globaler Wirtschaftskräfte Schritt halten. Diese Lücke können und müssen Unternehmen als Teil der Lösung mithelfen zu schließen.
Das Geschäftsmodell hängt davon ab: Funktioniert die Rechtsstaatlichkeit, fließt internationaler Handel, Talente können gewonnen werden und Innovation gedeiht – all das braucht demokratische Stabilität und offene Debattenkultur. CPR ist daher kein moralischer Zeigefinger, sondern ein Business Case. Umfragen belegen zudem: 78 Prozent der Bevölkerung erwarten von Unternehmen gesellschaftspolitisches Engagement. Das ist nicht ignorierbar.
Bohnen skizzierte die Operationalisierung durch konkrete Beispiele: Evonik entwickelte unter Bohnes Begleitung ein politisches Leitbild und betreibt Demokratie-Workshops, NOMOS Glashütte distanzierte sich 2017 klar von Rassismus und Bot Schulungen an und Reinhold Würth warnte jüngst seine Mitarbeitenden vor extremistischen Positionen. Zwar können solche Statements kurzfristig kontrovers sein, doch Bohnen warnte vor der Alternative: Wenn die liberale Demokratie langfristig in Gefahr gerät, ist das Geschäftsmodell existenziell bedroht.
Sein Fazit: Wir stehen am Beginn einer dritten Welle der Nachhaltigkeit – nach ökologischer und sozialer folgt nun die gesellschaftspolitische. Der Aufsichtsrat könnte dabei eine erweiterte Rolle übernehmen, indem er den Vorstand nicht nur kontrolliert, sondern aktiv unterstützt, politische Chancen und Risiken zu identifizieren und zu gestalten.
Unternehmen brauchen die Demokratie – und die Demokratie braucht Unternehmen.







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